Eine sogenannte ‚Gutschrift' für die Neutralisierung des Kohlenstoff-Ausstoßes ist quasi eine Dienstleistung mit dem Ziel, die Kohlenstoff-Emissionen durch Menschen und Organisationen zu neutralisieren - mittels Maßnahmen zur Absorbierung der Treibhausgase. Es gibt eine vielfältige Palette dieser Maßnahmen; neue Aufforstungen sind wohl die gängigste. Auch beliebt sind ‚Gutschriften' zu Gunsten erneuerbarer Energien sowie Energie-Konservierung, aber auch der ‚Handel' mit Treibhausgasen.
Das beabsichtigte Ziel solcher ‚Gutschriften' zur Ausstoß-Neutralisierung ist die Überwindung der globalen Erwärmung. Der Reiz, kohlenstoffneutral zu werden, hat zur Vermehrung von freiwilligen Neutralisierungs-Programmen geführt, die oft die kostengünstigsten Alternativen in der Reduzierung des eigenen Verbrauchs von fossilen Treibstoffen darstellen.
Wir planen einen Rechner zur Erfassung der Kohlenstoff-Neutralisierung. Dieser würde Ihnen ermöglichen, die verschiedenen ‚Komponenten' Ihres eigenen ‚ökologischen Fußabdruckes' zu berechnen, in dem Sie kalkulieren könnten, wie viele ‚Rangertage' benötigt werden, um diesen ‚Fußabdruck' zu neutralisieren, d.h. wie Sie verhindern können, dass ganze Wälder ein Raub der Flammen werden. Das sind nette Internet-Spielzeuge, die echte Welt jedoch funktioniert nicht so einfach. Werfen wir erstmal einen Blick, dann könnten Sie über Ihr Vorgehen entscheiden.
Angenommen, der Baumbestand eines Tropenwaldes speichert ca. 175 Tonnen Kohlenstoff, sowohl in den Stämmen als auch in Blättern und Wurzeln. Haben Sie gewusst, dass die Wurzeln tatsächlich viel Kohlenstoff enthalten, also unterirdisch? Wird ein ha Wald gefällt, wird wahrscheinlich das Holz zuerst in der Herstellung von Gebäuden, Möbeln oder in der Produktion von Papier eingesetzt. Oft jedoch verfault das Holz, oder es wird verbrannt. Äste und Blätter werden häufig verbrannt oder auf dem Felde der Verrottung überlassen. Durch Pilze und Bakterien verfaulen die Wurzeln und letztendlich verwandelen sich die Kohlenstoffe in diesem Bereich zu CO². Diese Masse an CO² beträgt mehr als die 3fache Menge des Kohlenstoffs - aus 175 Tonnen von Kohlenstoff entstehen mehr als 500 Tonnen CO².
Uns wird öfters die Frage nach den Kosten für den Schutz von 1 ha Urwald gestellt. Die Antwort: es hängt von Größe und Region ab. Pro ha kostet es viel mehr, um wenige hunderte ha Urwald zu schützen als für eine Million ha. Für ein Gebiet unter 2 ha können die Ausgaben um das 100.000fache höher liegen im Vergleich zu einem Areal von mehr als einer Million ha. Eine allgemein-gültige Antwort ist daher unmöglich. Setzen wir also voraus, wir bearbeiten ein Gebiet von 10.000 ha - dieses Maß nehmen wir gern als Beispiel, denn es entspricht der Größe vieler neuer Aufforstungs-Gebiete zum Zwecke der Kohlenstoff-Fixierung (-Bindung).
In Brasilien liegen die jährlichen Kosten für den Schutz von 10.000 ha Urwald bei circa $ 185.000, einschl. Personal sowie aller Betriebskosten, d.h. Treibstoffe, Abschreibungen für Gebäude und sonstiger Ausrüstungs-Gegenstände. $ 185.000 würden daher den Ausstoß von 500.000 Tonnen CO² in die Atmosphäre verhindern!
Also, der Schutz von 1 ha Urwald kostet $ 185 im Jahr. $ 185 pro Jahr verhindern, dass 175 Tonnen Kohlenstoff sich in 500 Tonnen CO² verwandeln. Das ist weniger als $ 0.04 je Tonne Kohlenstoff. Sie lesen richtig: weniger als 4 U.S. Cents reichen aus, um zu verhindern, dass eine Tonne CO² als Treibhausgas in die Luft gepustet wird.
Im Vergleich, die Fixierung (Bindung) von Kohlenstoff durch verschiedene Maßnahmen wie z.B. Neuanpflanzungen beläuft sich auf $ 4 bis $ 25 je Tonne CO². Aber dieser Berechnung basiert auf die Anpflanzung und Pflege eines neuen Waldstücks über einen Wachstumszyklus von 20 - 30 Jahren. Nicht berücksichtigt wird das, was danach passiert. Ein Stiftungsfond, um das Gebiet permanent als Wald zu erhalten, wird nicht eingerichtet. Wir setzen daher auf die nachhaltige Vermeidung vom CO²-Ausstoß, d.h. die Ausstoß-Verhinderung sollte wirklich dauerhaft sein. Unserer Meinung nach kann der Ausstoß von 500.000 Tonnen CO in die Luft nur vermieden werden, wenn ein Stiftungsfond eingerichtet wird, um dann mit den Zinserträgen eine dauerhafte Kostenverwaltung zu finanzieren. Mit 7% Ertrag aus einem Stiftungsfond würden ca. $ 2.700.000 ausreichen, um den Ausstoß von 500.000 Tonnen CO² in die Atmosphäre zu vermeiden, das wäre circa $ 5 je Tonne. Dies wäre auch ungefähr die Summe für die kurzfristige Bindung von Kohlenstoff durch neue Anpflanzungen, die Vermeidung von CO²-Ausstoß durch einen Adopt-A-Ranger Stiftungsfond wäre jedoch permanent!
Aus einem durchschnittlichen U.S.-Haushalt entweichen (jährlich ?) ca. 15 Tonnen CO² in die Luft. Daher, um diesen Ausstoß dauerhaft in einem Urwald zu neutralisieren, würde es pro Haushalt und Jahr ca. $75 kosten.
Angenommen, Sie würden sich an einem Stiftungsfond beteiligen, der ALLE Kosten einer Urwald-Region abdeckt¸ diese Region wäre für immer geschützt! Aber noch wichtiger, Ihr Beitrag zur Kohlenstoff-Neutralisierung würde helfen, das Überleben von buchstäblich Tausenden von Pflanzen und Tieren zu ermöglichen.
Nachdem Sie bis hierher gelesen haben, möchten Sie noch Ihren Ausgleichsbeitrag zur Neutralisierung von Treibhausgasen in die Anpflanzung von Monokulturen investieren? Oder möchten Sie lieber in einem CO²-Verhinderungsprogramm mitmachen? Investieren Sie bei uns und wir werden Ihren Beitrag in einen Stiftungsfond legen, der den wirkungsvollen Schutz von vielen Tausenden ha Urwald gewährleistet.
Bisher haben wir mit einigen groben Angaben gearbeitet. Es gibt enorme Unterschiede in den Mengen von Kohlenstoff pro Hektar. Einige Urwälder speichern mehr, andere weniger. In Wirklichkeit, die allermeisten Gebiete, mit denen wir zu tun haben werden, sind bedeutend größer als 10.000 ha und daher sind die Schutzkosten viel niedriger. In der Tat also, wäre Ihr Beitrag zur CO²-Verhinderung bedeutend wirksamer als für ein Kohlenstoff-Neutralisierungs-Programm durch neue Aufforstungen.